„Entschuldigung, Sie haben 10kg Übergepäck an Gefühlen.“

16 Okt
Ein einziger Fav reichte damals aus. Deinen Namen zu sehen unter meinem Tweet. Nach so langer Zeit sitzt man vorm Laptop und legt den Kopf schief, weiß nicht so recht, ob man reagieren soll oder nicht. Er hat dich hier gefunden, liest wohl das Meiste von dem, was du schreibst. Denkt sich seinen Teil dazu, verknüpft mit den Gedanken von damals.
 
Lange Zeit waren keine Worte gefallen, nicht mal mehr böse. Da war das ein oder andere Lied, das einen zurück führte zu diesen Zeiten. Die, zu denen man eine weiche Feder assoziieren würde. Die Unbeschwerten…, weißt du noch?
In denen es nur uns beide gab.
Dann weinte man.
So zwischendurch schaffte man es aber auch, gefühlsduselig zu lächeln, sich durch die Haare zu fahren und es mit einem Seufzer einfach in der Ecke stehen zu lassen, bis es verschwommen genug war, um es als schöne Erinnerung in die Kiste mit deinem Namen drauf zu legen und aufzubewahren.
 
Und plötzlich redete man wieder, sah sich an, buddelte sich einen kleinen Platz im Leben des anderen frei. Zunächst zögerlich, doch bald wie gewohnt selbstverständlich, man kannte es noch so gut von damals. Ein Jahr Abstand war so schnell überbrückt als hätte es nie richtig existiert, als hätte man einfach nur im jeweils anderen Wartezimmer gesessen mit seiner Nummer in der Hand, die Anzeige anstarrend, wann man endlich aufstehen kann und an der Reihe ist.
 
Das war Anfang des Jahres. Nun sitzt man wieder da.
Ohne den anderen.
Doch wieder.
Im Wartezimmer gibt es keine Stühle mehr. Nicht mal mehr einen Regenschirm, den man als Alibi hätte vergessen können. Um einen Grund zu haben, noch mal zurück zu kommen. Man steht einfach da und starrt aufs Meer hinaus, weil du da drüben bist. Spürt mit jeder Welle mehr, dass da in einem wieder was kaputt gegangen ist. Dass die Gefühle ausgewaschen, die Liebe weggespült wurde und zurück bleibt nur der feine Sand, der einem, wenn er durch die Finger rieselt, nicht mehr viel zu sagen hat.
 
Was du nicht weißt: Lange Zeit habe ich kleine Zettel geschrieben, manche Nächte hindurch einen nach dem anderen. Mit Gedanken, Wünschen, Fragen an dich. Du hast sie nie gelesen. Und wirst es wahrscheinlich auch nie.
 
Es war so und es ist so und wird auch noch eine Weile so sein:
Die Gedanken fliegen übers Meer – ohne vorherigen Check-In.
Dafür aber mit ordentlich Übergepäck an Gefühlen.
Und dafür bezahlte ich einen hohen Preis.
 
 
 
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