Ein Gedicht für die Schublade

26 Nov
Sie bringen Ordnung,
ein System.
Ganz angenehm.
Sie bieten Stauraum für Gefühle
ohne was dafür zu wollen.
 
Wenn Schubladen denken
lässt das Chaos sich senken.
 
Einen vollen Schrank.
Mit Ecken und Kanten.
Schubfächer für unters Bett.
Wie die Monster.
 
Sie wollen doch nur die Dinge lenken,
wenn sie denken.
 
Kann doch nicht schaden.
 
Selbst Dalí dachte in Schubladen,
sogar wenn es um Frauen ging.
Und der ist berühmt.
 
Sie kennen die Rätsel und die Wunder,
die, die anderen verborgen bleiben.
Schnell verschlossen.
Die Tränen, die vergossen
wurden
man steckt sie rein und
hat sie im Griff
aus kaltem Metall.
Man hört nur einen dumpfen Knall
von der Rückwand aus Holz.
 
Man sollte ihnen mehr Aufmerksamkeit schenken,
wenn die Schubladen denken.
 
Sie gleiten sanft und rollen
die Dinge wieder auf.
Die überfüllten, die vollgestopften,
die, die man nicht zumachen und abschließen kann.
So lang.
Die Verklemmtheit löst sich dann,
lässt man sie auf Schienen laufen.
Immer dem Anschein nach.
 
Und doch bleiben sie hier.
Beim Wir.
Der Weg führt nie weit weg und immer frontal nach vorn.
 
Und dann sitzt man wieder im Gleis.
Schluss mit ’sich im Kreis
drehen‘.
Es einsehen.
Es wissen,
dass das Vermissen nur kommt,
wenn man dran zieht,
es aufmacht und rein sieht.
 
Es dann lassen.
 
Wird sich schon einrenken,
wenn die Schubladen denken.
 
 
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