Nur heute im Angebot.

20 Mai
„Ach, hab den Joghurt vergessen. Wart mal!“
„Boa Tinsken, war ja klar. Beeil dich, ich muss los.“
Das sind typische Gespräche, wenn Tinsken und ich zusammen einkaufen gehen. Stehe nun am Regal mit den Diät-Produkten und muss warten. Na toll.
 
Verspüre plötzlich einen kräftigen Schlag gegen meine Waden und werde gegen meinen Einkaufswagen gedrückt.
„Oh, sorry, war keine Absicht. Geht’s dir gut?“, entschuldigt sich der junge Kerl, der mir aus Versehen hinten rein gefahren ist.
Ich atme tief ein und drücke die durch den Griff des Einkaufswagens entstandene Delle in meinem oberen Bauchraum wieder nach außen und drehe mich dann um.
Und ob es mir gut geht. Denn dieser Mann sieht aus wie ein junger Gott. Leicht gebräunte Haut, schwarze etwas längere Haare, bestimmt 1,80m groß, schlank, aber trotzdem muskulös und wunderschöne dunkelbraune, große Augen, dazu einen kleinen Drei-Tage-Bart.
„Alles klar?“
„Äh, ja. Danke. Ist nichts passiert.“
„Sicher? Du siehst irgendwie nicht gut aus.“
Na das nenn ich mal ein Kompliment.
„Na, das nenn ich mal ein Kompliment.“
Er lächelt mich mit strahlend weißen Zähnen an.
Ich spüre, wie ich rot werde. Da will man nur mal schnell noch Salat holen gehen, steht mit alten Jeans und ausgewaschener Trainingsjacke im Aldi und dann rempelt dich Mister Universum an. Verdammt! Nicht schwach werden. Erst meine drei wichtigen Punkte durchgehen:
Augen?
Sind, wie schon erwähnt, der Wahnsinn.
Hände?
Er fährt sich durch die Haare. Wunderbar, schön groß. Mag ich.
Hintern?
Aus der meinigen Position nicht einzusehen. Aber aus der von Tinsken schon. Die hat das Ganze von der anderen Seite der Kühltruhe beobachtet und gibt mir hoch gehaltenem Daumen, einem anerkennenden und viel versprechenden Blick grünes Licht.
„Ich bin Jakob, Einkaufswagen-Rowdy.“
„Hanna, Unfallopfer.“
Wir stehen uns einfach nur gegenüber und lächeln uns an.
„Tschuldige mal“, Tinsken schiebt sich an Jakob vorbei.
„Hattest du es nicht gerade eilig?“, flüstert sie mir zu und stellt Erdbeer-Rhabarber-Joghurt mit Haferflocken zu den anderen Einkäufen.
„Kann sein“, hauche ich zurück.
„Ok“, Tinsken zieht einen Zettel und einen Stift aus der Tasche, kritzelt etwas darauf und reicht ihn dann Jakob.
„Wir müssen leider los. Das hier ist ihre Nummer. Bis dann. Komm jetzt.“
Sie greift nach meinem Arm und zieht mich von diesem schönen Anblick weg.
„Ciao, ach und danke…“, Jakob hebt eine seiner hübschen Hände zum Abschied.
Ich lächle ihn noch mal an.
Einkaufen kann so schön sein.
 
 
 (aus einem angefangenen, noch nicht beendeten Roman. Meinem.)
 
 
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