Fragestunde.

10 Nov
Ihr Lieben,
 
nachdem ich mich entschied, meine Abnehmerei auf Twitter öffentlich mitverfolgen zu lassen, häufen sich die Fragen und Nachrichten an mich, wie genau ich das mache. Alle wollen Rat und fragen mich zu den Themen Essen, Sport und die „ultimativen Geheimtipps“.
 
Und weil ich zu faul bin, das jedes Mal hübsch auf zu tippen, dacht ich, schreib ich das einmal hier zusammen und ihr könnt euch daran satt lesen (kchkch, Wortspiel).
 
Eigentlich gibt es ja mehr als genug „Abnehmgeschichtchen“, Blogs, Videos und Artikel dazu im Internet und jetzt komm ich auch noch damit. Hatte ich am Anfang nie vor, aber da ihr mich jetzt so zuballert…alles euch zu Liebe.
 
Aber vorher wollt ich noch loswerden: Ich bin wirklich froh, dass ich euch jeden Monat oder auch mal zwischendurch mit Abnehm-Tweets und/oder Fotos über den aktuellen Stand informiere. Ich habe dadurch so viel Unterstützung von euch erfahren, die mich jedes Mal aufs Neue motiviert, am Ball zu bleiben. Ich habe Kontakt zu Leuten bekommen, die genau das Gleiche versuchen wie ich und sich austauschen wollen. Die man auf dem Laufenden hält, die sich mitfreuen oder auch mit über die Waage lästern, wenn die Schlampe mal wieder nicht das tut, was man will. Dafür wollte ich mich bedanken. Ohne euch alle hätte ich vielleicht schon aufgegeben. Das ist natürlich kein einfaches Thema, viele schämen sich deswegen. Aber ich bin wie gesagt sehr froh, dass ich den Mut hatte, euch da ins Boot zu holen und dankbar, dass ihr mich so bestärkt.
 
So, nun aber zu euren Fragen. Ich gehe die einfach mal der Reihe nach durch.
 
 
Hast du dich am Anfang auf die Waage getraut?
 
Wenn du das ernsthaft angehen willst, dann musst du auf die Waage. Da hilfst nichts! Du brauchst ja ein Startgewicht, mit dem du dann immer rechnen kannst. Ich hatte auch unglaublich Schiss…aber das darf dich nicht entmutigen, sondern es ist erst mal nur eine Zahl. Dann nach ein oder zwei Wochen wirst du schon einen Unterschied sehen. Ich habe im ersten Monat 3,9 Kilo abgenommen. Das war gigantisch. Das hätte ich nicht gewusst, hätte ich mich anfangs nicht gewogen. Du vergibst dir Erfolgserlebnisse und „verfälscht“ deinen Abnehmerfolg, wenn du keine Startzahl hast. Also: RAUF DA! Aufschreiben und anschließend direkt zum Sport.
 
 
Hast du deinen Körper mal gehasst?
 
Ja. Absolut. Es gab zwar immer einzelne Partien, die ich noch hübsch fand. Aber insgesamt gab es immer wieder mehr oder wenige lange Phasen, in denen ich meinen Körper hässlich fand. Aber ich möchte betonen, dass ich nie gegen meinen Körper war. Selbsthass und gegen seinen Körper gehen sind in meinen Augen zwei unterschiedliche Dinge. Wenn du vorm Spiegel stehst und dich hässlich findest, ist das Selbsthass. Hatte ich – wie gesagt – auch, ich hab früher auch geheult deswegen. Danach bin ich meist deprimiert zum Kühlschrank und habe Schokolade gegessen. Sehr hilfreich! Dieses gegen seinen eigenen Körper arbeiten ist ein schmaler Grad. Wenn du beim Sport bist und merkst, du kannst nicht mehr und dann sagst: „Nein, ich renne jetzt trotzdem noch 10 Minuten weiter!“, dann ist das ok, weil du deinem Körper eigentlich was Gutes damit tust. Selbst, wenn er dir in diesem Moment etwas anderes sagt. Das tut er aber nur, weil er die Bewegung nicht gewöhnt ist. Aber wenn du hungerst, deinem Körper z.B. keine Kohlenhydrate mehr zuführst und ihn quasi bestrafst, dann nimmt das gefährliche Formen an. Da kann man sehr schnell in eine Essstörung abrutschen. Ich kenne Leute, die am Ende ihr Essen nur noch gekaut und dann ausgespuckt haben, statt es richtig zu essen. Sehr schlimm sowas.
 
Was hast du an deiner Ernährung geändert? Machst du Diät?
 
Also, erst mal ist wichtig: du musst dir eine Ernährung zusammenstellen, mit der du auf Dauer klar kommst. Nicht nur für ein paar Monate, in denen du abnehmen willst. Sondern mit der du die nächsten 30 Jahre satt wirst. Sprich: Diät ist Schwachsinn! Durch eine Diät und Verzicht und Hungern gaukelst du deinem Körper eine Art „Hungersnot“ vor. Der Körper greift dann erst mal zu den Fettreserven, er hat ja keine andere Wahl. Folglich nimmst du zwar ab, aber: sobald dann wieder Essen kommt, füllt der Körper sofort die Fettreserven wieder auf, weil er sich gegen die nächste Hungersnot wappnen möchte. Und dies meist noch sorgfältiger als davor, bekannt unter dem Jojo-Effekt.
Ich hungere nie. Ich esse auch „Ungesundes“. Auch Schokolade, ich trinke mal n Weißwein (meist als Schorle) oder einen Cocktail. Damit gerät der Körper in keinen Mangelzustand und er baut sozusagen „freiwillig“ Fett ab ohne den Drang, die Reserven sofort wieder aufzufüllen.
 
 
Das Geheimnis beim Essen bei mir sind 2 Dinge:
 
1) Ich verzichte auf NICHTS, ich kombiniere nur die Mengen anders.
Also z.B. nicht eine Schüssel Müsli mit 3 Scheibchen Apfel dazu. Sondern einen großen Obstteller und etwas Müsli drüber gestreut.
Also nicht Fleisch, viel Nudeln und zwei Tomaten aufschneiden. Sondern: Fleisch, Tomatensalat und wenn ich möchte, ne Hand voll Nudeln oder eine kleine Schale Reis dazu. Man ist pappsatt hinterher, hat nicht das Gefühl, auf etwas verzichtet zu haben, spart aber unglaublich Kalorien.
Zum Frühstück oder als Mittagessen: Ein TL Öl in die Pfanne, dann 2-3 Eier und ein Drittel gewürfelter Feta-Käse, dazu verschiedenes Gemüse. Du bist total satt, aber: eben anders portioniert. Das Ei nicht als kleine Beilage, sondern eben als Hauptgericht.
Guck dir mal die Sachen an, die du jetzt isst zum Mittagessen oder Abendessen. Und überleg dir, wie du da die Mengen verändern kannst. Warum ein kleiner Beilagensalat und n großer Teller Pasta? Es kann auch anders rum sein und ich garantiere dir, du bist danach genau so satt und glücklich. Bei solchen „Kalorienbomben“ geht es nämlich meist nicht um die Menge, sondern um den Geschmack. Da haben wir keinen Hunger drauf, sondern bloß Appetit! Und das sind zwei völlig unterschiedliche Sachen.
 
 
2) Ich esse nicht mehr alles zu jeder Tageszeit.
Es kommt echt drauf an, WANN du was isst. Morgens ein belegtes Käsebrot vom Bäcker: kein Ding. Abends (nach 19 Uhr): Lass es und schneid dir lieber Gurke und Paprika klein, mit etwas Salz und Pfeffer. Vielleicht noch n Klacks körniger Frischkäse drüber, frische Kräuter…fertig.
Worauf ich also versuche zu verzichten sind Kohlenhydrate abends. Meist ist das auch kein Problem. Aber lass sie um Himmels Willen nicht ganz weg! Ich esse meistens am Vormittag zum Frühstück ein oder zwei Scheiben Brot oder ein Brötchen (auch gern mal eins mit hellem Mehl) oder Schokomüsli mit Bitterschokolade und Amaranth. Nur eben in Maßen.
Auf die Arbeit nehme ich mir immer eine Box mit 3-4 Obst und eine Gemüsebox mit. Wenn ich die intus habe, muss ich mir mein Brot schon fast aufzwingen.
 
Viel mehr hab ich an der Ernährung eigentlich nicht gedreht.
Trinken ist auch keine große, neue Offenbarung: hauptsächlich Wasser und Tee (ungesüßt), aber das war bei mir schon immer so. Bin kein Fan von Saft oder ähnlichem. Nach dem Sport trinke ich oft noch ein Glas Milch (1,5%ig) mit Strohhalm, danach hat man keine Lust mehr, was zu essen. Ach ja, und ich esse immer mit Teelöffel oder Kuchengabel. Da braucht man länger und ist auch schneller satt. Ruhig auch lernen, Reste über zu lassen, aufzuheben für den nächsten Tag.
 
Gibt es Sachen, die du dir wirklich „verbietest“?
 
Nein.
Ich meine, ich habe z.B. keine Sahne im Kühlschrank. An Gemüse tue ich lieber einen Schuss Milch oder etwas Schmand.
Aber wenn ein Schüler Torte zum Geburtstag mitbringt, hat man gefälligst ein Stück davon zu essen. Ich sehe meine Ernährung als grundsätzlich gesund an, ich will damit nicht abnehmen. Sie kann unterstützend wirken, ja. Beziehungsweise sollte sie dem nicht entgegen wirken. Aber die eigentliche Gewichtsreduktion passiert bei mir hauptsächlich über Bewegung.
 
Rechnest du mit Kalorien? Benutzt du eine App zur Unterstützung?
 
Um Gottes Willen! Nein! Es ist gut, in etwa zu wissen, dass Mayonaise viel und Salat wenig Kalorien hat, so als Überblick. Aber wie ich schon sagte: du musst eine Ernährung finden, die du über die nächsten Jahre (!!!) so durchführen kannst.
Eine App hatte und habe ich nicht. Willst du dein Leben lang vorm Kühlschrank hocken und alle Lebensmittel ins Smartphone eintippen? Dir Sachen verkneifen, weil deine App sagt, dass du deine 1200 Kalorien am Tag schon verbraucht hast? Das wäre mir zu anstrengend. Und ganz ehrlich, das wird.nicht.funktionieren. Nicht auf Dauer! Und du willst ja dauerhaft abnehmen. Und dabei essen mit Genuss!!! Das musst du!!!
Kalorien zählen und Grenzen setzen, wie viele Punkte oder Kalorien man am Tag „darf“…davon halte ich nicht sehr viel. Dadurch nimmt das Thema „Essen“ einen viel zu hohen Stellenwert im Alltag ein. Du wirst unzufrieden mit dir selbst, du gehst gegen deinen Körper und das darf nicht sein. Du steckst ja da drin!! Du musst lernen, auf deinen Körper zu hören! Du musst grundsätzlich etwas an der Ernährung drehen, aber es darf dich nicht behindern im Ausüben deines Alltags und in deinen sozialen Kontakten. Und wenn du für jeden Schokoriegel ein schlechtes Gewissen hast…oder Essen mit Freunden am Abend absagst, weil du heute ja schon eine Laugenstange und Würstchen gegessen hast…das geht einfach nicht. Dann wirst du nie richtig zufrieden und mit Genuss mal einen Nachtisch oder ein Stück Kuchen essen. Und das kann nun wirklich nicht dein Ziel sein.
 
Gehst du noch im Restaurant essen?
 
Ja. Nicht so oft, aber das habe ich früher auch nicht. Und es ist tatsächlich möglich. Ein schönes Stück Fisch oder Fleisch (wenn möglich Hühnchen oder Pute), dazu einen Salat und gekochte Kartoffeln. Oder eine klare Suppe vorweg. Es geht wirklich, wenn man ein bisschen gezielt auswählt. Und wenn du mittags oder nachmittags essen gehst, kannst du auch locker Dinge wie Reis oder auch mal Nudeln nehmen. Hab da keine Scheu vor. Dein Körper BRAUCHT ja Kohlenhydrate! Eine kleine Menge Reis als Beilage macht überhaupt nichts. Die hat vielleicht 150-200 Kalorien maximal, das steckt der Körper locker weg. Kartoffeln – Salzwasserkartoffeln oder Pellkartoffeln – haben sehr wenig Kalorien! Bratkartoffeln und Pommes schon, aber nur wegen des Fettes, klar. Nudeln sind ab und an ok, aber halt nur in kleinen Mengen. Greif da lieber zu Kartoffeln…oder wenigstens Vollkornnudeln, die sättigen besser und man isst weniger davon. Wie gesagt: bloß nichts komplett weglassen. Ab und zu abends Kohlenhydrate sollte dein Körper abkönnen. Das ist nämlich einfach mal normales Leben, darauf solltest du nicht verzichten, auch, wenn du gerade beim Abnehmen bist. Dafür kannst du am nächsten Tag abends nur noch etwas Rohkost essen, das gleicht das wieder aus.
 
Hast du ein paar schnelle Rezepttipps? Gibt es Lebensmittel, die „immer gehen“?
 
Ich arbeite viel mit frischen Kräutern, da kriegt man automatisch Lust auf dazu passendes Gemüse. Erbsen und Bohnen sind klasse (auch gefroren, jetzt im Herbst schmeckt das frische Zeug ja z.T. einfach nicht mehr), weil man da auch das Gefühl hat, richtig was zu essen und zu kauen. Karotten auch. Sauerkraut genau so. Oder rohen Schinken ohne Fettrand – kurz in den Ofen, bis er etwas kross geworden ist. Top! Solche Sachen einfach nicht als Beilage sehen, sondern als Hauptgericht, Nudeln oder Reis nur als kleine Beilage.
Ich war früher der totale Nudelfan…hab ich jetzt seit Monaten nicht mehr gegessen und es nicht eine Minute vermisst. Ich verzichte da nicht bewusst…aber ich denk gar nicht mehr wirklich dran, sie zu kochen. Wenn mir nach sowas ist, dann lieber Reis oder Kartoffeln. Aber wie gesagt, ich kombiniere die Mengen anders zusammen.
 
Dann stehe ich im Moment total auf Mais. Einfach eine kleine Dose Mais auf ein Backbleck und 10 Minuten im Ofen heiß machen, ein paar italienische Kräuter drüber und wenn du willst, eine Messerspitze Butter oder Schmand. Total lecker, sehr sättigend und kaum Kalorien.
 
Käse esse ich liebend gerne! Ich kaufe mir immer diese geschnittenen Käsewürfel und davon gibt es dann zum Brot oder Brötchen 5-7 Stück. Da kann ich gut portionieren und habe einen Überblick. Und man isst den Käse bewusster, als wenn man sich einfach ne Scheibe aufs Brot legt.
 
Apropos Brote: von Butter bin ich nicht so der Fan, aber auch nie gewesen. Daher leg ich die Wurst einfach so drauf oder etwas Frischkäse (fettreduziert) drunter. Bei Wurst esse ich (sehr wenig eigentlich) dann was mit Pute oder Geflügel. Oder so aufgeschnittenen Schweinebraten: hat auch nicht viel Fett. Aber da spar ich eigentlich nicht. Wenn ich schon Brot esse, soll das auch schmecken. Meist ist auch nicht der Belag das „Böse“, sondern das Brot an sich. Lieber 1 Brot gut belegt essen, als 2 Brote mit fettreduziertem Käse, der schmeckt wie Pappe.
 
Immer auch Gemüse dazu. IMMER! Paprika oder Tomate, saure Gurken ausm Glas (GEHEIMTIPP: kaum Kalorien, keine Zubereitungszeit nötig). Spargel ausm Glas – auch lecker und schnell aufm Teller. Thunfisch aus der Dose auch (nicht in Öl eingelegt!). Ananas ist auch gut. Also Gemüse oder Salat: Weißkohl. Lauch – auch super! Champignons frisch mit etwas Ei, super lecker.
 
Scharfes Essen ist auch gut, isst man langsamer, trinkt mehr und isst nicht so viel von.
 
Hast du Heißhungerattacken?
 
Eigentlich nicht. Ich gebe meinem Körper aber auch keinen Anlass dazu. Ich verzichte ja auf nichts. Damit hat der Körper alles, was er braucht und muss sich nicht durch Heißhunger aufspielen.
 
 
Lauch, Erbsen, Karotten. Backofenkartoffeln mit Tomate, Pepperoni und Schinken. Tomatensalat mit gekochtem Ei. Lachs mit Spargel und Tomaten. Gebackener Feta mit Spinat. Obstallerlei.
 
Wie oft machst du Sport?
 
Zunächst mal ein paar Rechenspiele:
Um 1 Kilo Körperfett zu verlieren, musst du 7000 Kalorien einsparen. JA! SIEBENTAUSEND! Klingt unheimlich viel, ich weiß. Ich verballere beim Sport um die 400-500 Kalorien bei 48 Minuten Joggen. Gesetzt den Fall, ich mache 5xdie Woche Sport: 2000 Kalorien eingespart NUR durch Sport. Da hab ich noch auf keine Pizza oder Eis verzichtet. Die sind einfach weg!
Sprich: OHNE Sport geht es nicht. Alle „Diäten“ oder „Abnehmtipps“, die anderes behaupten, lügen.
Die Rechnung ist simpel: führe deinem Körper weniger Kalorien zu als er verbraucht und du nimmst ab. Und um die Kalorien, die er verbraucht zu erhöhen, machst du Sport. Ohne Sport hätte ich im Leben noch nicht so viel abgenommen. Nicht mal die Hälfte wahrscheinlich. Und das hätte mich bestimmt dermaßen demotiviert, dass ich schon längst aufgegeben hätte.
Außerdem habe ich durch das Laufen unheimlich Beinmuskeln bekommen. Das fühlt sich sagenhaft an. Die bekommst du nicht, wenn du bloß Diät machst.
 
Im Schnitt trainiere ich 4-6Mal die Woche. Meistens abends, so um 7, halb 8. Danach duschen oder baden, noch n Glas Milch mit nem Strohhalm nuckeln und dann ins Bett. Funktioniert wunderbar bei mir.
Zu Anfang hatte ich natürlich null Kondition und nach 15 Minuten „walken“ (so nennt man das doch?), hätte man mich auch vom Laufband kratzen können. Hätte ich mir aber auch denken können, teilweise musste ich ja schon eine kurze Verschnaufspause einlegen, um meine 4 Stockwerke im Haus hoch zu kommen. Und ich bin noch keine 30! Da musste definitiv was passieren.
 
Also fast tägliches Training, ich steigerte mich schnell auf 20, dann 30 Minuten, auf 35, auf 40. Auch das Tempo erhöhte ich, probierte Intervalltraining aus, ist ganz lustig.
Mittlerweile bin ich bei also 48 Minuten bei 7,8 km/h mit Intervallen von 1-2 Minuten bei 9,0 km/h. Richtige Sportler kichern da wohl etwas dabei, kann ich auch verstehen, aber ich hab bei 6,0 km/h angefangen und da finde ich diese Steigerung schon beachtlich.
Wenn ich zwischendurch nicht mehr joggen kann, mache ich kurze „Geh-Pausen“ von maximal 3 Minuten, trinke was und dann geht’s wieder weiter.
 
Ach ja: ich esse meist so gegen 5 Uhr nachmittags „zu Mittag“…dann eine Stunde warten oder 1,5 und dann Sport. Nicht direkt Sporteln nach dem Essen. Dann verbraucht der Körper nur das Essen, nicht das Fett am Bauch oder an den Schenkeln. Außerdem ist der Körper dann noch zu sehr mit Verdauen beschäftigt, man ist müde und schafft an Sport nicht so viel wie sonst. Auch nach dem Sport noch etwas warten mit Essen, lieber n Liter Wasser trinken, dann biste eh satt.
 
Ist Laufen da die beste Methode?
 
Wichtig: Ich kann dir nur raten, dir etwas zu suchen, das dir Spaß macht, wo du Ehrgeiz entwickelst. Sonst wirst du es wieder irgendwann aufgeben und hast die Kilos schnell wieder drauf. Mein Laufband ist mein Ein und Alles. Andere radeln lieber oder joggen draußen, fahren nach der Arbeit direkt ins Fitnessstudio und trainieren dort mit ausgearbeiteten Plänen an Cardio-Geräten und solchen zum gezielten Muskelaufbau. Da muss jeder das finden, was er braucht. Ich weiß z.B., dass ich nachm Schwimmen immer extremen Heißhunger bekomme, daher eher kontraproduktiv und als Hauptsportart für mich ungeeignet.
Noch ein Tipp und gilt immer: Mach Dehnübungen. In den Beinen und Armen, das tut total gut, dauert 2 Minuten und du fühlst dich danach viel fitter und bereiter, dich zu bewegen. Bevor ich morgens aufstehe, streck ich meinen Körper immer einmal durch. Man steht schon anders auf. Außerdem ist das vor und nach dem Sport Pflicht oder auch gerne mal zwischendurch.
 
Welchen Stellenwert hat der Sport für dich?
 
Der Sport muss sich gut in den Alltag integrieren lasen, ohne viel Aufwand. Sportklamotten an und ins Arbeitszimmer rüber gehen klappt bei mir wunderbar. Plan den Sport konkret in deinen Tagesablauf ein, das ist ein fester Termin und nicht etwas, was vielleicht noch angegangen wird, wenn alles andere für den Tag erledigt ist.
Doch damit nicht genug: Der Sport muss fester Bestandteil deines Lebens werden. Das Laufen ist und wird mich noch Jahre lang begleiten. Ich brauche die Bewegung um abzunehmen. Ich brauche die Bewegung, um mein Gewicht irgendwann zu halten. Die braucht jeder übergewichtige Mensch. Und setz dir Ziele: Meins z.B. ist, in ein oder zwei Jahren, mal einen Halbmarathon mitzulaufen.
So hoch setzt man zu Beginn natürlich nicht an. Aber sowas wie 30 Minuten durchhalten. Oder ne bestimmte Kilometeranzahl schaffen. Ich schaffte anfangs 2 Kilometer, jetzt locker 5!!! Allein diese Erfolge zu sehen, motiviert dich weiter. Aber wie gesagt: das funktioniert nur, wenn du einen Sport findest, der dir SPASS macht. Ich liebe das Laufen auf dem Ding. Ich bin auch schon mehrmals nur zum Spaß 100 Minuten gelaufen, nur weil ich Lust drauf hatte. Probier Sachen aus oder meld dich zu Kursen an, die 3mal die Woche sind. Zumba oder Wassergymnastik oder sowas. Ich habe auch lange Nordic Walking gemacht, das war auch klasse. Jeden Tag 40 Minuten durchn Wald…irgendwann war ich sogar bei 1,5 Stunden, weil ich gemerkt habe, wie scheiße gut das mir und meinem Körper tut.
Fahrrad fahren ist auch nicht schlecht, ballert aber natürlich nicht so viele Kalorien weg wie z.B. Joggen. Da müsstest du dann schon länger oder schneller fahren. Für mich war wichtig: Wenn ich schon Sport mache, soll er auch effektiv sein. Ich strampele mich nicht 40 Minuten ab, um 200 Kalorien zu verbrauchen und einen Hauch von Schweiß auf der Stirn zu verspüren. Nicht, wenn auch das Doppelte an Kalorien in der Zeit drin ist, selbst wenn ich danach erst mal eine Minute nur schnaufend und zitternd aufm Laufband steh.
 
Hat dein Körper mal gestreikt?
 
Oh ja, nicht nur einmal. Ich hatte die Jahre davor ja nicht, kaum oder nur unregelmäßig Sport getrieben. Mein Körper war nichts gewöhnt. Muskelkater hatte ich fast immer. Dann auch mal eine Weile Schmerzen im linken Knie. Ich probierte eine Kniebandage aus, die brachte aber nicht viel. Also fuhr ich notgedrungen das Tempo runter und „walkte“ längere Passagen und joggte nur zwischendurch. Die Muskeln ums Knie mussten sich erst langsam aufbauen, um das Knie beim Joggen besser stützen zu können. Wichtig ist, das Training bei solchen „kleinen“ Verletzungen nicht komplett zu unterbrechen, da neigt man ja gerne mal dazu. Ich meine, so ein oder zwei Ruhetage, ok. Aber nicht länger.
Da kann dein Körper zu Beginn wie ein bockiges Kind sein, dass sich beschwert, warum es jetzt bis zur Oma laufen soll, wenn es doch auch im Sessel hocken bleiben könnte. In dieser Sache brauchst du wirklich Disziplin.
Es gibt keine Ausreden. Es gibt sie einfach nicht. Du würdest nur dich selbst bescheißen. Und solche Umgangsformen wären sehr unhöflich.
 
Gibt es Phasen, in denen du einfach nicht abnimmst?
 
Oha! Wenn man nicht abnimmt, egal, was man macht…grrrrrrrrr! Da könnte ich kotzen! Ich hab meine Waage wirklich schon angeschrien. Aber meist ist es so: wenn du dann stur weitermachst, nimmst du irgendwann einen ganzen Schwung ab. Und dann ist es eigentlich auch wieder egal, ob du jeden Tag 200 Gramm weniger hast…oder eine Woche lang nichts abnimmst und dann 1 Kilo auf einen Schlag. Bei mir ist das immer so, als würde der Körper sich das aufheben, um es dann plötzlich von einem Tag auf den anderen rauszuhauen.
Es gab Phasen, in denen ich galante 4 Wochen auf ein und dem selben Gewicht fest saß. Nein, das stimmt nicht, manchmal war es auch wieder mehr. Das sind die schwierigen Zeiten. Also ja, die gibt es. Die gibt es immer.
Meist ist es so, dass der Körper da dann Muskeln aufbaut. Muskeln sind ja schwerer als Fett, deshalb geht die Waage nach oben. Aber: je mehr Muskeln, desto mehr Fett wird verbrannt. Und wenn die Muskeln dann erst mal da sind, geht das Gewicht auch wieder runter. Durch solche Phasen muss man durch, sich nicht entmutigen lassen und einfach genau so weitermachen wie bisher.
Manchmal hilft es mir, dass ich da dann eine Waage habe, die den Körperfett- und Muskelanteil misst, d.h. ich sehe, dass der Muskelanteil nach oben geht und das tröstet mich dann doch etwas.
 
Wie behältst du den Überblick? Wie oft stellst du dich auf die Waage?
 
Ich wiege mich eigentlich jeden Morgen. Da gibt es verschiedene Varianten. Manche schwören darauf, sich nur einmal die Woche zu wiegen, weil man sich sonst verrückt macht, andere stellen sich morgens und abends drauf, ich glaube, das muss jeder selbst wissen.
Ich wiege mich täglich, nicht, weil ich total besessen bin, sondern weil ich dadurch sehen kann, wie der Verlauf ist, ob das Gewicht steht oder fällt oder vielleicht sogar steigt – im letzteren Fall erhöhe ich an diesem Tag das Sportpensum, um dem sofort entgegen wirken zu können. Einmal die Woche (sonntags) notiere ich mir das Gewicht in einer Tabelle und wie viel ich im Vergleich zur Vorwoche zu- oder abgenommen habe. Manchmal auch, warum der Verlauf so ist (wenn ich z.B. mehrmals abends mit Freunden essen war und ich dadurch zugenommen hab)…damit ich mit der Zeit die Faktoren kenne, die zu einer Gewichtsveränderung führen.
Zu Beginn nahm ich im Schnitt fast 4 Kilo pro Monat ab. Das ist schon recht viel, aber mir fehlte nichts und so lange das hauptsächlich durch Sport geschieht, ist es auch ok. Mein Rekord waren 4,5 Kilo.
Die letzten Monate waren es immer so zwischen 2,2 und 2,8 Kilo.
Nach den gesamten 6 Monaten habe ich im Schnitt 3,4 Kilo im Monat abgenommen. Damit bin ich mehr als zufrieden.
Es ist ja auch so: Wenn du 120 Kilo wiegst und 5 Kilo abnimmst, ist das ja etwas vollkommen anderes als wenn du 65 Kilo wiegst und 5 Kilo abnimmst. Vom Prozentanteil her macht das ja einen riesigen Unterschied. Daher ist es ok und normal, dass du nicht jeden Monat 4 Kilo abnimmst. Je mehr du schon an Gewicht verloren hast, desto „weniger“ schaffst du monatlich. Das sollte aber auch kein Wettrennen sein, Hauptsache, die Richtung auf der Waage, nämlich nach unten, stimmt. Es gibt super gute Monate und solche, in denen sich kaum was bewegt.
 
Was ist dein Traumgewicht?
 
Mein Ziel sind 30-35 Kilo abzunehmen. Ich will in den unteren Normalbereich für Frauen meines Alters. Mein BMI lag weit über den 30, also richtig, richtig ungesund. Mittlerweile bin ich bei 26, normal wäre 20-25.
Irre, oder? Dass ich über 30 Kilo abnehmen kann und dann das wiege, was eine Frau in meinem Alter normalerweise eben so wiegt. Erschreckend.
Ich würde gerne runter auf 60 oder 61 Kilo und dann das Gewicht da halten. Mittlerweile habe ich wieder eine Taille und eben Muskeln in den Beinen…sowas hatte ich noch nie!
Es kann aber auch gut sein, dass ich bei 64 Kilo (die ich ja schon mal hatte) sage, das passt so. Ich klammere mich da nicht so sehr an eine Zahl. Ich muss mich nackt im Spiegel angucken und sagen können: „Jawohl, so sieht das gut aus.“
 
Wie viel Zeit nimmst du dir dafür?
 
Wie lange ich brauchen werde, um mein Traumgewicht zu erreichen, weiß ich im Endeffekt nicht. Ich habe mir mal grob ein Zeitfenster von einem Jahr gesetzt, sprich: bis Mai will ich das schaffen. Aber wie gesagt, ob das klappt, keine Ahnung. Das wird man sehen. Wenn nicht, mache ich noch 1 oder 2 Monate weiter mit dem hohen Sportpensum. Danach reduziere ich den Sport. Ernährung bleibt eigentlich so wie sie jetzt ist! Wie gesagt: da fehlt mir nichts. Da muss ich dann sicherlich auch noch etwas experimentieren, wie oft der Sport dann auf dem Plan steht bzw. wie es wird, wenn ich abends eben doch wieder öfter ne Scheibe Brot zu meinem Gemüse esse. Aber nach ein paar Monaten sollte sich das auch eingependelt haben.
 
 
Letzter Tipp: Nimm’s nicht zu ernst. Mach Witze drüber!
 
Als ich kurz davor war, die 20 Kilo zu knacken und eine Bekannte fragte, wie es denn aktuell aussieht, bekam sie folgende Mail:
„Und wir haben nur noch 1,4 Kilo, bis die magische Grenze von 20 Kilo geknackt ist. Ja, Sie haben richtig gelesen. 1,4 Kilo gilt es, in 2 Wochen weg zu killen. Ein an sich realitisches Ziel, hätte man keinen Körper, der 4 Wochen lang den Tyrannen hat raus hängen lassen und eine Waage, die jeden Tag ein neues Gewicht zusammen würfelt. Oder zumindest scheint es so. Es liegen also noch mehrere Steine im Weg bis zum Ziel, wir sind gespannt.
Wird es Miri in der verbleibenden Zeit schaffen?
Kann das Laufband helfen?
Und warum kichert es leise im Kühlschrank?
 
Verpassen Sie es nicht und bleiben Sie dran. Weiter geht es gleich nach der Werbung!“Vergleich nach 5,5 Monaten.
 
 
In diesem Sinne gutes „Verlieren“.
 
 
 
Vergleich.
Ahoi!
 
 
 
 
 
 
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Eine Antwort to “Fragestunde.”

  1. care steen 11. November 2013 um 15:41 #

    klasse beschrieben, vielen Dank!

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