Rückfälle, am besten auf die weiche Couch.

24 Nov
JUHU! Ich habe die 20 Kilo-Marke geknackt!!!Oh Moment…freute ich mich nicht schon vor 2 Wochen darüber? Ja doch, tat ich.

Heute ist es noch mal so weit. Wieso? Weil mein Körper in den letzten 2 Wochen wohl Kohlenhydrate geleckt hatte.
 
Ich hatte Geburtstag und dazu gab es eine dreistöckige Geburtstagstorte und Blätterteigteilchen und Hackfleisch-Hefeteigtaschen und überhaupt…ein gaaanzes Buffet voller leckerer Kalorien.
Und um einen Körper, der mit Fettabbau beschäftigt ist, vollkommen auszubremsen, gab es dazu passend: schön viel Alkohol.
 
Jaja, es war ein grandioser Abend und ich würde es jederzeit wieder so tun. Das mal vorweg.
 
Aber was die Waage danach veranstaltete, also echt mal. Fast 3 Kilo rauf und dazu Heißhunger auf süße Sachen und Brot. Jeeede Menge Brot. Meine Güte, schmeckt Brot lecker. Am Besten spät abends, so um halb 12. Da will der Körper nicht schlafen, nein nein. Da will er Brot.
Und Schokolade. Und sowas isst man dann schön faul im Sessel rumfletzend. Statt Sport. Sport ist ja so anstrengend. Da schwitzt man. Beim Schokolade essen schwitzt man nicht. Viel besser.
 
Es überraschte mich selbst, muss ich sagen. Seit ich mit der Abnehmerei begonnen habe, hatte ich kaum Phasen, in denen ich „rückfällig“ wurde. In den ganzen 6 Monaten erinnere mich an 2 Tage, an denen ich lieber bequem war und Sport doof fand. Ich war so im Abnehmrausch, dass ich gar nicht daran dachte, weniger oder gar nicht zu laufen oder mir abends n Teller Nudeln reinzuziehen. Im Gegenteil. Die Waage und der Zuspruch, den ich von außen erhielt, bestärkten mich so sehr, dass ich mich gar nicht groß disziplinieren musste. Ich hatte mein Bewegungsprogramm, meinen Essensplan im Kopf und es funktionierte.
 
Und dann kam diese 6-Monatsgrenze auf mich zu. Genau ein halbes Jahr…und die Waage kurz vor den 20 Kilo. „Ich habe 20 Kilo in einem halben Jahr abgenommen.“ – geilster Satz ever! Den wollte ich unbedingt sagen können – ohne zu schummeln versteht sich.
Also wurde das Sportpensum erhöht, immer brav viel Gemüse gegessen und die Kohlenhydrate ausgelacht und zur Seite gelegt (nicht vollständig, aber doch merklich öfter).
Eine Woche vor Tag X fehlten mir noch 800 Gramm…dann 400…dann plötzlich wieder 700…ARGHHH! Die Waage war gemein. Ich wusste wirklich nicht, ob ich dieses Ziel erreichte. Manchmal dachte ich: „Ach, dann eben nicht. Mach dir nicht so einen Druck.“, dann wieder: „Aber es wäre schon so richtig, richtig toll. Gib nicht auf!“
Gedanklich schob ich viel hin und her und merkte dabei, dass solche Gewichtszielsetzungen bis dann und dann einfach nichts für mich sind. Das Abnehmen machte keinen Spaß mehr, man konnte sich über gute Zwischenergebnisse nicht mehr freuen, weil ja nur die 20 Kilo zählen…nur diese eine Zahl auf der Waage darf Freudensprünge auslösen, alles andere ist nur Weg, nicht Ziel.
 
Einen Tag davor machte mir die Waage nicht viel Hoffnung. Es herrsche Stillstand, seit Tagen. Wundervoll. Ich verzichtete vollständig auf Kohlenhydrate, einen Tag lang. Und ganz ehrlich: war das ekelhaft. Ich hatte noch Fortbildung und überall standen Teller mit Keksen. Und ich knatschte missmutig auf meiner Paprika herum. Grrrrr!
Abends noch mal Sport, viel Wasser trinken, duschen, ins Bett gehen und hoffen.
 
Nun, ich muss ja keinen großen Spannungsbogen aufbauen, denn das Ergebnis wisst ihr schon: ich erreichte mein Ziel, sogar -20,4 Kilo. Ich habe eine Zauberwaage oder eine sadistische, die mich quälen wollte bis zum letzten Moment.
 
Das eigentliche „Problem“ kam aber erst danach. Die Luft war raus. Dieser Run auf die 20 war so anstrengend gewesen und ich stand sehr unter Druck, den ich mir selbst gemacht hatte, dass ich danach nicht mehr konnte. „Ne Pause hast du dir verdient.“ – hatte ich auch, ja.
Aber wenn du mal eine Woche lang so gut wie keinen Sport gemacht hast (max. 1 oder 2mal), dann wirst du faul. Merkst, wie gemütlich das ist, abends mal wieder n Film zu gucken statt aufs Laufband zu gehen. Alte Gewohnheiten wieder zu entdecken, die zwar ungesund für dich, aber unglaublich lecker oder bequem sind. Essen bestellen, schnell mal was zwischendurch reinschieben, auch mal abends warm und viel essen. Ging ja plötzlich, weil man ja abends keinen Sport mehr machte. Ha!
 
Und schwuppdiwupp war ich wieder fast 3 Kilo mehr. Die sind heute wieder weg und es geht merklich wieder in die richtige Richtung mit dem Gewicht…eine unglaubliche Erleichterung.
Gestern war ich 60 Minuten laufen (statt 48) auf 8,1 km/h (statt 7,8) mit Intervallen von 10,1 (statt 9,1) und „Geh“-Pausen auf 5,4 (statt 4,8). Einfach mal alles gesteigert und es lief glatt durch. Sehr schön, es funktioniert noch. Die Muskeln in den Beinen sind noch da und wissen noch, wie es geht. Selbst nach fast 2 Wochen fast vollständiger Sportabstinenz.
 
Rückfälle, wenn man sie so nennen mag, passieren. Und zwar jedem. Keiner ist heute noch ein Couchpupser und morgen ein Marathonläufer, ohne ab und an wieder in alte Gewohnheiten zu verfallen. Dessen sollte man sich bewusst sein. Wichtig ist: den Dreh wieder zu kriegen und weiter zu machen. Das ist das Schwierigste dabei.
Nach einer Woche habe ich mich unglaublich fett gefühlt…wie früher…lohnt doch eh nicht…müssteste wieder von vorne anfangen…scheiße. Dann hilft: neue Klamotten anziehen, die schon die ein oder andere Kleidergröße weniger am Kragen eingenäht haben und sehen, die passen noch. Also, mach das nicht kaputt, du hast schon übelst viel erreicht und du hast noch einiges vor dir.
 
Eines habe ich gemerkt in den zwei Wochen: Das Argument „Dann lass ich heute Sport bleiben und esse dafür weniger“…das machen ja viele…ist für mich einfach Schwachsinn. Abnehmen nur über Diät…das ist ja grausam…total anstrengend, macht schlechte Laune und man geht mit Grummeln im Bauch ins Bett. Ein Unding.
Leute, macht Sport. Ist viel einfacher und dann darf’s auch mal n Stück Geburtstagstorte sein, nach zwei Wochen hat dein Körper das wieder wett gemacht.
 
Ahoi.
 
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