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Tommy

15 Sep

„Tommy ist jetzt…?“
„Im Himmel.“
„Im Himmel. Tommy ist jetzt im Himmel.“

„Ja.“
„Tommy kann jetzt nicht mehr kommen.“

„Tommy kann nicht mehr kommen. Aber…?“
„Aber er guckt von oben zu.“
„Genau.“

Seine Augen starren unbeweglich in eine Richtung, scheinen aber nichts Konkretes zu fixieren. Sie sitzen an dem hellen Holztisch in seinem Zimmer wie jede Woche. Bei jedem Besuch muss sie sich zwingen, die eigenen Tränen der Trauer zurück zu halten, weil er das nicht verstehen würde.

„Tommy hat dich lieb, das weißt du, oder?“
„Tommy ist jetzt im Himmel.“

„Tommy hat dich lieb.“
„Ja.“

Ob er es jemals verstehen wird? Ob es in seiner Welt ankommt? Und falls ja, wie genau? Welches Bild entsteht da?

Tommy war neben der Mutter DIE Bezugsperson überhaupt. Wenn Tommy in der Tür stand, wedelte er immer freudig mit den Armen. Die vielen kleinen Wortspiele, die nur zwischen den Beiden Sinn machten. Wenn Tommy Gitarre spielte und zur Melodie neue Texte entstanden, einfach so. Oder wenn er vor Verzweiflung den Kopf an die Wand schlug und Tommy nur ein Gedicht aufsagte und das half beim Beruhigen.

„Tommy ist jetzt…?“

Jedes Mal fragt er das als Erstes. Und dann in Endlosschleife. Diese Sätze, die er gefühlt automatisch sagt und doch nur jedes Mal aufs Neue versucht zu verstehen.

Tommy ist im Himmel.

Tommy kommt nicht mehr wieder.

Man begreift es ja selbst nicht.

 

#trauer #tod #autismus #förderschule #sovielmehralsnurlehrersein

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Fränzi.

12 Mrz

Ich habe ein Buch aus meiner Kindheit gelesen.
Eins meiner liebsten – damals wie heute: „Fränzi mag gern Marmelade“ von Russell Hoban.

Es geht ganz viel um Essen. Und ich singe auch. Oder probiere es.

Fränzi mag gern Marmelade

Fränzi mag gern Marmelade